In den arabischen Staaten des östlichen Nordafrikas (u.a. Tunesien, Algerien, Marokko) trifft man auf eine eigene arabische Dialekt-Gruppe: Maghrebinisch-Arabisch. Diese ist zweifelsohne die die am weitesten vom modernen Hocharabischen entfernte Sprachvariante. Das charakteristische Weglassen kurzer Vokale und die damit entstehende Häufung von Konsonanten machen das maghrebinische Arabisch auch für arabische Muttersprachler aus anderen Dialektregionen nur schwer verständlich.

Unter Linguisten wird diskutiert, inwiefern die neuarabischen Dialekte teilweise schon eigene Sprachen darstellen. Aus meiner Sicht wäre eine solche Einstufung für diese Dialektgruppe auf jeden Fall sehr naheliegend. Aber auch auf lexikalischer Ebene gibt es zahlreiche Unterschiede So machen sich Einflüsse des Berberischen, des Spanischen, Italienischen, insbesondere aber des Französischen bemerkbar. Dahingegen sind die Sprachen des arabischen Ostens (Mashrek) eher durch Einflüsse des Persischen, Türkischen (Osmanischen) aber auch des Englischen geprägt.

Auch soziolinguistische Situation insgesamt zeigt in diesen Ländern eine Besonderheit. Da Französisch in vielen Bereichen nach wie vor einen wichtigen Stellenwert als Sprache der Behörden, der (höheren) Bildung und nicht selten auch der Gebildeten hat, hat Hocharabisch einen noch schwereren Stand, als in anderen arabischen Ländern.

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